Französische Mode, weisse Stoffschuhe


Die Mode der Empirezeit, der Epoche des französischen Kaiserreiches unter Napoleon I., hatte die Frau fast entkleidet. Während des Wiener Kongresses trug man statt Schleier wieder Gewänder. Die Taille saß dicht unter der Brust, der faltenlose Rock fiel wie eine Röhre bis knapp zu den Knöcheln. Der weiße Stoff zeigte an den Säumen weiße oder farbige Stickereien. An den Schultern saßen kleine kugelförmige Puffen, aus denen lange Ärmel hervorkamen. Bei Festkleidern trug man ein großes Dekollete, mitunter sah man auch altdeutsche Halskrausen. Kurzärmlige Roben trug man mit langen Handschuhen. Die weißen Stoffschuhe, noch ohne Absätze, wurden mit Bändern oberhalb der Knöchel gebunden. Sie gaben ihren Trägerinnen etwas Leichtes und Schwebendes, nur kam man auf dem Holperpflaster nicht weit damit. In Wien gab es nicht ohne Grund 700 Fiaker, die Privatwagen nicht mitgezählt. Hohe Hüte mit Federschmuck, Schuten mit breiten Schirmen wurden auf der Straße oder in Gesellschaft getragen. Im Hause bedeckte man sich mit einem Häubchen aus Blonde, der geklöppelten Spitze. Die chinesische Frisur bestand aus einem Scheitel und aus einem am Hinterkopf mit großen Kämmen aufgesteckten Haarwulst. Der flach frisierte Kopf mit Zopfwülsten an den Ohren hieß die griechische Frisur. Für kältere Tage hielt die Dame den Schal bereit, den sie meisterhaft umzulegen verstand, vielleicht auch ein Dreiecktuch mit Fransen oder einen langen Mantel mit einer auf oder dicht unter den Schultern sitzenden Passe.


 
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