Unauffällig angezogen sein


Die Mode des Herrn wurde seit den Tagen George Bryan Brummeis mehr und mehr von London bestimmt. Brummel war ein Freund Georgs IV. von England und wurde der "König aller Dandys". Lord Byron hat in bezug auf ihn geäußert, daß er lieber Brummel als Napoleon hätte sein mögen. Dieser Modenarr lehrte, daß man unauffällig, aber makellos angezogen sein müsse. Der modische Schnitt müsse dem Anzug einen auf die persönliche Eigenart des Trägers berechneten Sitz geben. Zur letzten Eleganz gehöre eine scheinbare Nachlässigkeit im Gehaben, um die Aufmerksamkeit vom formvollendeten Kunstwerk des Schneiders abzulenken. Brummel fiel in Ungnade und starb vergessen in geistiger Umnachtung. Der Elegant trug enge Beinkleider, Weste und auf der Straße sowie in Gesellschaft den Frack, dazu Stock und Zylinderhut. Der Anzug war um 1820 noch recht bunt. Ein langer, zweireihiger Schoßröek mit sehr hohem Kragen kam damals in Mode. Als Mantel nahm man den Garrick, der auch als Blüchermantel bekannt ist. Er zeichnet sich durch mehrere übereinanderliegende Schulterkragen aus. Auch Damen trugen ihn zeitweilig gern. In den folgenden Jahren veränderte sich der Frack leicht im Schnitt und wurde tiefer tailliert. Um 1830 konnte man den Tuchfrack in Russisch-Grün mit Seidenrevers tragen, dazu eine haselnußbraune Weste und veilchenf arbene Beinkleider aus Samt mit Stegen. Liebevolle Aufmerksamkeit schenkte der Herr seiner Weste.


 
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