Abendkleider mit Seidenschal und Halsausschnitt


Der Halsausschnitt des Biedermeierkleides war, nicht nur am Abendkleid, sehr breit und wurde von einer kragenartigen, von Rüschen gezierten Einfassung - die französische Bezeichnung dafür war berthe - betont.

Und dieses tiefen Dekolletes wegen trug jung und alt, wie schon um die Jahrhundertwende, den feinwollenen Kaschmirschal oder seine billigere, weil fabrikmäßig hergestellte Imitation. Beliebt waren ferner die Bajadere, ein Seidenschal, Langtücher aus Spitze oder - zum Hausgebrauch - gestrickte oder gehäkelte Wollschals, sowie ein Spencerjäckchen, französisch Canezou genannt, aus dem schließlich ein Brusttuch wurde. Um 1830 kam die Boa aus kostbarem Pelzwerk oder Straußenfedern auf. Sie wurde für lange Zeit ein wichtiger Teil des modischen Beiwerks. Mäntel waren bei all den Rüschen, Bändern, Schleifen, Blumenarrangements, besonders aber der weiten Ärmel wegen, kaum zu verwenden. Kam die Damenwelt in einem strengen Winter nicht mehr mit den Schals, Ganezous und Mantillen aus, dann griff sie nach dem lose fallenden, sackartigen Mantel, dem Burnus. Auch die Pelerine - ein Umhang mit Capekragen -, der weite Radmantel, den man auch Rotunde und in Österreich Wickler nannte, waren Kleidungsstücke für die kalte Jahreszeit.

 


 
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