Spitzenhöschen, Seidenrock


Der nach der Breite hin orientierte Schnitt der Frauenkleidung verlangte nach leichten Stoffen, um nicht den Eindruck der Schwerfälligkeit entstehen zu lassen. Man nahm Kattun, Musselin, Crepe und für den Winter auch Perkal in hellen Farben und kariert, gestreift oder geblümt gemustert. Die breiter fallenden Röcke und die fest den Oberkörper umschließenden Mieder der Spätphase der Biedermeiermode mußten aus schwereren Stoffen wie Samt, Moire und Brokat verarbeitet werden. Dieses Verlangen konnte der wachsende Wohlstand des Bürgertums erfüllen. Kleiderrock und Oberteil wurden gern variiert getragen, etwa indem zu einem bunten Seidenrock mit schwarzer gestickter Tüllauflage ein Samtmieder mit farbigem Besatz gewählt wurde. Die junge Gattin eines Pariser Finanzmagnaten erschien, so wird berichtet, auf einem Ball im Jahre 1831 mit einem Kleid von Goldgaze mit Diamanten besetzt. Die Unterkleider und die Unterwäsche entsprachen durchaus dem phantasievollen Oberkleid. Bei jüngeren Damen und bei Mädchen, die sich kürzer trugen, sah man zwischen Rocksaum und den zierlichen Stiefeletten die bis zu den Knöcheln reichenden Spitzenhöschen.


 
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