Businesskleidung für Geschäftsmann


Die Herren schützten sich vor der Gleichförmigkeit durch ein sorgfältig ausgeklügeltes System, durch die Lehre des richtigen Angezogenseins. In der Blütezeit dieses Geheimkultes, also vor dem ersten Weltkrieg, genügte bereits eine geringe Abweichung von der Regel, um aus der guten Gesellschaft auszuscheiden. Man nahm übel, wenn eine Perle in der gestreiften statt in der einfarbigen Krawatte getragen wurde. Der Herr von Geschmack wußte, ob er zum Frühstück mit einem Staatssekretär einfarbig schwarze oder leicht gemusterte graue Socken tragen durfte. Ein Herzog mußte anders empfangen werden als ein Geschäftsmann. Allein in der Wahl der Krawatten und Westen konnte der elegante Herr, allerdings nur bis zu einem gewissen Grade, seinen persönlichen Geschmack zeigen. Ansonsten war nichts unwichtig und nichts blieb dem Zufall überlassen. Lehrbücher über die Einführung in diese Gesellschaftswissenschaft gehörten zur Bibliothek der Parvenüs. Der wahre Gentleman mußte aber neben diesen als selbstverständlich vorausgesetzten Grundkenntnissen noch über ein gewisses Etwas verfügen, sagen wir Charme, um den Eindruck der Vollkommenheit, der peinlich sein kann, nicht aufkommen zu lassen. Da das Streben nach Eleganz abermals eine Gleichförmigkeit zur Folge hatte, gab es Gentlemen, die sich absichtlich schlecht kleideten, um sich auf diesem Wege aus der Masse herauszuheben.


 
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