70er Jahre Kleidung


Die Damenmode partizipierte am zunehmenden bürgerlichen Wohlstand auf ihre Weise. Stoffe, Beiwerk und Schmuck konnten nicht kostbar genug sein. Nicht immer waren die einzelnen Moderichtungen schön oder gar praktisch.

Die noch vom Berufsleben ausgeschlossene Frau suchte auf die natürlichste Art am Goldrausch teilzunehmen: Sie warf das von den Männern verdiente Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus, um sich abwechslungsreich kleiden zu können. In den 70 Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Kleider so eng geworden, daß sich elegante Damen, so zum Beispiel Kaiserin Elisabeth von Österreich, in ihre Roben einnähen ließen. In diesen qualvoll engen Toiletten wurde bis in den Morgen hinein getanzt, und zwar ohne tief Luft holen zu können oder dem lockenden Ruf eines Kalten Büffets Folge leisten zu dürfen. Aber die Mode hat stets viele und manchmal noch härtere Opfer verlangt und erhalten. Wieder einmal war die Grenze des Möglichen erreicht; denn enger konnten die Kleider nicht werden. Sie ließen ihre Trägerinnen groß und schlank erscheinen. Man trug eine Schnebben-taille, d. h. eine lange und nach unten zu spitz verlaufende Schnürbrust. Rock und Taille teilten sich durch schärpenartige Bänder. Der Dekor des Kleides bestand aus reichlich verwendeten andersfarbigen Rüschen, Bändern, Schleifen oder Spitzen.

 


 
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