Turnürenkleid und Ballonkleid


Da erschien eine alte Bekannte wieder: die Turnüre. Das Turnürenkleid war aus Stoffen unterschiedlichen Gewebes gearbeitet, die von gleicher Farbe sein mußten. Die jetzt aufkommenden Plisseeröcke und die Röcke mit Gul - wie man die Turnüre auch nannte - verlangten nach dem enganliegenden Mieder und ebensolchen Ärmeln.

Zehn Jahre später verschwand dieser "Gul de Paris" von der Bildfläche. Der Rock wurde länger und eine Schleppe stellte sich ein. Noch immer fiel der Stoff glatt über die Hüften, aber der untere Rocksaum weitete sich. Das neue Thema ließ sich durch Falten variieren, die an der Hüfte sauber eingenäht waren und erst in Kniehöhe aufsprangen. Die schlanke Silhouette blieb gewahrt. Was oben abgenommen wurde, legte man unten wieder zu. Eine schöne harmonische Linie war geschaffen, die der Frau die Biegsamkeit eines Blumenstengels gab. Weitere modische Veränderungen brachten die Formen der Ärmel, die aus der Biedermeiermode übernommen wurden. Zunächst bildeten sich die sogenannten Hammelkeulen, später die „Ballons". Der Oberarm wurde zeitweise von dem weiten Ärmel wie von einem unförmigen Sack bedeckt. Nach einem reizvollen Zwischenspiel von Volantärmeln, Doppelpuffen und Engärmeln erschienen die "Ballons" wieder, diesmal am Unterarm. Üppige Manschetten fielen über die Handgelenke bis zu den Fingerwurzeln.

 


 
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