Kleiderschnitte


Wiederum von England aus nahm ein zukunftsbergender Kleiderschnitt seinen Ausgang. Der Rock wurde vorn unterhalb des Gürtels mit Haarkissen gepolstert, die eine kurze Taille gaben. Man tat es angeblich, um der Herzogin von York, die in der Londoner Gesellschaft sehr beliebt war und ihrer ersten Niederkunft entgegensah, gefällig zu sein. Das Kleid mit dieser nach oben gerutschten Taille wurde 1794 überall in England getragen und eroberte sich rasch den Kontinent. Die Pariserinnen machten aus dem englischen „Umstandskleid" die kleidsame Chemisentracht. Dieses Hemdkleid wurde nach griechischem Vorbild geschnitten. Es bot zwei Vorteile: Erstens konnte man damit seine demokratische, gut republikanische Gesinnung zum Ausdruck bringen und zweitens endlich wieder das zeigen, was man an Schönheit besaß. Rock und Taille des griechischen Kleides waren aus einem Stück gearbeitet. Es war hochgegürtet, ließ die Arme frei und zeigte ein großes Dekollete.


 
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