Mode und Unterkleidung aus Paris


Die eleganten Damen wetteiferten miteinander um den Besitz hauchdünner Stoffe. Musselin, Linonbatist und Perkai waren begehrte Ware. Um das Kleid leicht zu halten, konnten nur Flachstickereien oder gewirkte Bordüren als Zierde Verwendung finden. Ein solches Gedicht kostete damals in Paris 2000 Francs, mit reicherer Stickerei und Schleppe aber 6000-8000 Francs. Die Unterkleidung paßte sich den dünnen Kleidern an. Man trug ein zartes Unterkleid oder ein hautfarbenes Trikot; mutige Frauen begnügten sich mit der Chemise, die bis zum Knie geschlitzt war. Mit bloßen Füßen, die Zehen mit Ringen geschmückt, lag die mondäne Frau, wie die "Madame Recamier" auf einem Bilde von David, auf einer Ruhebank und empfing ihre Freunde. Das Haar wurde a la Titus kurz getragen, entweder glatt oder gelockt. Die Sandalen, manchmal bis zur Wade gebunden, fanden für Festlichkeiten und Straße Verwendung. Man schützte sich vor Kälte durch Umlegen eines orientalischen Schals. Das Gewicht der Kleidung, Schuhe und Schmuck inbegriffen, durfte um 1800 nicht mehr als 250 g wiegen. Was Wunder, daß Madame Hamelin nur mit einem Gazeschleier bekleidet in den Tuileriengärten spazieren ging.


 
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